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Meine Erfahrungen mit PERMANENT MAKE-UP und MICROBLADING


Nachdem ich heute das 39457837456ste Mal danach gefragt wurde, wie das eigentlich bei mir mit diesem Microblading war, und ob ich es weiterempfehlen würde, habe ich beschlossen endlich diesen Post zu verfassen, den ich seit Ewigkeiten vor mich herschiebe.

Aaaaaalso, ich habe eher helle Haare, was sich vor allem bei den Wimpern und Augenbrauen bemerkbar macht. Die sind nämlich fast blond und auch nicht gerade dicht. Denkt einfach an die berühmten Augenbrauen von Cara Delevigne (oder googelt sie, wenn euch nicht einfällt, wie sie ausschaut) und dann stellt ihr euch das genaue Gegenteil vor. So schaut das bei mir aus. So hell wie sie sind, so wenig dicht sind sie gewachsen. 

Ich weiß gar nicht mehr wann ich damit begonnen habe, aber seit einigen Jahren färbe ich mir die Augenbrauen. Früher habe ich das beim Friseur machen lassen, mittlerweile mache ich es alle zwei Wochen selbst. Die Wimpern lasse ich mir im Sommer manchmal färben, weil ich mich da seltener schminke.


Permanent Make-up

Vor vier Jahren habe ich mir dann mit Permanent Make-up den "Wimpernkranz auffüllen" lassen. Das heißt im Klartext, dass mir eine Kosmetikerin die Zwischenräume zwischen den Wimpern tätowiert hat. Also wie ein Lidestrich, nur ein bisschen weiter unten. Ja, ich bin echt krass drauf! 
Die ganze Prozedur war jetzt nicht angenehm, wie man sich ja denken kann, aber bei weitem auch nicht so schlimm (für mich), wie man es sich vielleicht vorstellt. Dazu muss ich aber sagen, dass ich Kontaktlinsen trage und da nicht so empfindlich bin. Bei der Kosmetikerin bei der ich war, hatte ich einen Beratungstermin, einen Behandlungstermin und Nachbessern, war auch im Preis inbegriffen.
Ich bin einmal zum Nachbessern gegangen, weil sich bei einem Auge ca. ein halber Millimeter Farbe während der Heilung gelöst hat und weil ich die Linie über beiden Augen ein wenig dicker haben wollte.
Die Heilung verlief insgesamt sehr unkompliziert. Ich habe mich brav an alle Vorgaben gehalten (nicht in die Sonne, nicht in die Saune, etc.) und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. 
Wie lange das Permanent Make-up hält hängt von der Farbe und dem eigenen Körper ab. Mir wurde damals gesagt, dass es bei manchen nach drei Jahren langsam ausbleicht, bei anderen hält es locker zehn Jahre oder länger. Mir ist nach vier Jahren noch nichts in Richtung Ausbleichen aufgefallen. Es hält sehr gut und ich bin immer noch sehr zufrieden und glücklich damit.


Microblading

Hach, Microblading! Der neueste Trend was optische Schnelloptimierung betrifft.
Ich selbst habe zum ersten Mal über Instagram Wind davon bekommen. Wo sonst?!

Beim Microblading wird mit einem ganz kleinen Messer (klein=micro, Messer=blade) die Haut bei den Augenbrauen aufgeritzt. Auf diese offene Wund kommt dann die Farbe, und schon hat man den Effekt von feinen Härchen. Oder einfacher: ein Knast-Tatoo. Mal ehrlich, wer kommt darauf, dass das eine gute Idee ist?! Naja, im Nachhinein ist man immer klüger, also weiter im Text...

Ich war ganz begeistert von dem Ergebnis, habe ein bisschen recherchiert, mir 376548726 Fotos auf Pinterest und google angesehen und schon war klar: Das will ich auch! Habe ich doch bis dahin die Hälfte meiner Zeit beim Schminken mit einer perfektionierten eyebrow routine verbracht! Das könnte ich mir sparen?! Und das Permanent Make-up war ja auch gar nicht schlimm! Mein Entschluss stand fest und nachdem mir eine damalige Arbeitskollegin von einer Kosmetikerin erzählt hat, mit der sie gut befreundet ist und die Microblading gerade im Angebot hat, hatte ich auch schon einen Termin.

Hier noch ein kleines Vorher-Foto für euch. Bitte bedenkt, dass ich mir die Augenbrauen vorher einige Wochen nicht färben durfte und schminken war natürlich auch tabu.



Es gab leider von Anfang an einige Schwierigkeiten. So kam es zum eigentlichen Microblading erst beim dritten oder vierten Termin, weil immer irgendetwas war. 
Tja, seit dem höre ich genauer auf das Universum.

Dann war es endlich so weit. Zur moralischen Unterstützung hatte ich eine Freundin dabei, die zwischendurch dann doch sichtlich froh war, dass sie da nicht unterm Messer lag. 
Ich muss an dieser Stelle mal kurz erwähnen, dass ich bei einer tollen Kosmetikerin war, zu der ich auch heute noch für die ein oder andere Behandlung gehe. Das war keine Stümperin, auch wenn man das glauben könnte, wenn man sich meine Geschichte anhört!

Also, zuerst bekam ich eine betäubende Salbe für meine Augenbrauen. Spoiler: die hat echt NICHTS gebracht bei mir! Dann hat sie die Farbe ganz individuell für mich zusammengemischt (und auch sehr gut getroffen, also da gibt's wirklich gar nichts!). Die Umrisse meiner "neuen" Brauen wurden eingezeichnet und was ich besonders toll fand: sie wollte erst anfangen, als ich mir auch 1000%ig sicher war, dass die Form passt. Sie hätte das wahrscheinlich auch 20 mal neu gemacht, wenn ich es gewollt hätte. So weit so gut.

Und jetzt beginnt das Grauen! Als sie den ersten Schnitt machte, hätte ich fast laut geschrien. Der Schmerz war so unerträglich, dass nur noch das Geräusch dazu schlimmer war. Kennt ihr das, wenn ihr mit einem Stanley-Messer Papier schneidet und es macht dann so ein Kkkccchhhrrrr? (gebt es zu, ihr habt das Geräusch dazu in eurem Kopf gehört, als ihr "Kkkccchhhrrrr" gelesen habt! Da, schon wieder!) Und wenn ihr euch jetzt vorstellt, dass dieses Geräusch von eurer Haut kommt, die langsam aufgeritzt wird... ja, dann fühlt ihr euch vermutlich, wie ich mich damals gefühlt habe.

So geht das dann einige Minuten. Ritz, ritz, ritz, Farbe, Farbe, Farbe, ritz, ritz, ritz, usw. Dann kommt eine dicke Schicht Farbe ganz darüber, damit das gut in die Schnitte eindringen kann (wie krank eigentlich?!?!), dann wird die Farbe weggewischt und das Ritz-mich-Spiel beginnt von vorne. Dann kommt wieder eine dicke Schicht Farbe darauf, die ein paar Minuten lang einzieht, sie wird wieder weggewischt und dann hat man es geschafft.


Das ist leider das einzige Foto, das ich von direkt nach der Behandlung habe. (Ich schaue so fertig aus, weil ich es war...)

Für mich... und ich betone... FÜR MICH war es die pure Hölle! Ich habe noch nie solche Schmerzen gehabt. Aber ich hatte es ja geschafft, also alles gut. Alles was ich jetzt noch zu tun hatte, war jede halbe Stunde Aloe Vera Salbe auf die wunden, geschundenen Augenbrauen zu klatschen und mich zu freuen. Achso, und natürlich wieder keine Sonne, keine Saune etc. Das war leicht. Und das Ergebnis war so toll! Wie auf den tausenden Fotos im Internet! Ich war begeistert.

Leider hielt die Begeisterung nur zwei Tage lang an, nämlich bis mir nach dem Duschen die Farbe regelrecht vom Gesicht blätterte. 



Das Drama war groß, aber ich hatte ja zum Glück drei Termine im Preis inbegriffen. Wenn man allerdings weiß, dass das einfach nur noch einmal schreckliche Schmerzen bedeutet, dann ist das ein schwacher Trost. 
Um das Ganze ein wenig abzukürzen: ich musste alle drei Termine wahrnehmen und auch nach der dritten Behandlung hielt nicht die ganze Farbe. Jede Behandlung war furchtbar schmerzhaft. Ich habe es mit Musik versucht um das schreckliche Geräusch ein wenig zu übertönen, aber es hat wenig gebracht.

Langfristig kann ich sagen, dass der Unterschied zu früher schon groß ist und es gefällt mir auch ganz gut, aber langfristig sieht das Ergebnis von Microblading einfach nicht so aus, wie im Internet. Diese feinen Linien verschwimmen sehr schnell. So als würde man mit dem Finger über einen Strich fahren, den man mit einem Farbstift gezogen hat.
Ich habe andere Fotos gesucht, die zeigen, wie es nach einigen Monaten aussieht, aber ich konnte leider nur Bilder finden, die direkt nach der Behandlung entstanden sind. Das erkennt man daran, dass die Frauen oft sogar noch auf der Liege im Kosmetikstudio liegen, die Stellen ganz gerötet sind oder irgendwie wund ausschauen.

Ich habe zwei Fotos auf denen man sieht, wie das Ergebnis von Microblading nach einigen Monaten aussieht und ihr werdet gleich feststellen, dass kaum noch Linien zu erkennen sind. 



Auch auf diesen Fotos bin ich ganz ungeschminkt und habe mir die Augenbrauen nicht gefärbt.

Eine Freundin von mir, hat einige Zeit nach mir auch Microblading machen lassen. Sie war bei einer ganz anderen Kosmetikerin und hatte kaum Schmerzen bei der Behandlung. Allerdings sind bei ihr die Linien nach ein paar Monaten auch schon nicht mehr so gut zu erkennen gewesen. Auch sie ist grundsätzlich zufrieden und man erkennt einen deutlichen Unterschied zu vorher, aber es ist langfristig eben nicht wie direkt nach der Behandlung.


Zusammenfassung

Sowohl das Permanent Make-up, als auch das Microblading kosten um die € 300,-. Da sollte man sich also schon sicher sein. Geburtstags-Gutscheine und dergleichen sind da auch ganz hilfreich. ;) 

Ich persönlich empfehle NIEMANDEN Microblading. 
Permanent Make-up kann ich hingegen sehr empfehlen, wenn man eine gute Kosmetikerin findet. Verlasst euch nicht auf Fotos aus dem Internet. Nicht mal von der Homepage des Studios. Redet lieber mit Leuten, die so etwas schon einmal machen haben lassen und seht euch an, wie das Ganze langfristig aussieht. Dass einem bei Permanent Make-up ein dicker Balken über's Auge tätowiert wird ist Schnee von gestern! Die machen mittlerweile auch hauchdünne Linien, die auch nach Monaten noch hauchdünn sind. Wie bei einem Tattoo eben.

Ich habe zum Schluss noch die Fotos von oben anschaulich in ein schönes Vorher-Nachher Muster gepackt, dann habt ihr nochmal den direkten Vergleich. Meine gute Kamera habe ich leider noch nicht so lange, deshalb sind die alten Fotos so unscharf.
Vom Permanent Make-up habe ich leider keine Vorher-Nachher Fotos.




Abschließend möchte ich euch noch einmal daran erinnern, dass es hier um meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen geht. 
Für wen Microblading die beste Entscheidung überhaupt war, kann das hier gerne erzählen, am besten mit einem Link zum Kosmetikstudio, damit alle was davon haben. Aber auch sonst bin ich sehr gespannt auf eure Erfahrungen, Erlebnisse und Ergebnisse!



Adventlauf 2015 - der große Tag


Endlich war der Tag, auf den ich mich vier Wochen lang vorbereitet habe, gekommen. Das Training war vorbei und es war Zeit die Beine in die Hand zu nehmen und Gas zu geben.


Aber bevor es richtig losgehen konnte, musste ich mich erst einmal lethargisch auf dem Sofa zu einer Kugel zusammenrollen und ins Nichts starren. Das klingt jetzt vielleicht bedenklich, ist es aber nicht, wenn man weiß, dass ich mich immer so verhalte, wenn ich nervös, oder generell von einer Situation gestresst bin. Eine Freundin hat mich einmal sehr passend als „psychologisches Opossum“ beschrieben: wenn es mir zu viel wird, lasse ich mich fallen und stelle mich tot. Und wie auch bei einem echten Opossum hilft diese Taktik nur manchmal.

Für meinen ersten offiziellen Lauf hat es gereicht. Ich habe mich dann noch mit einem momentan total angesagten Frühstück gestärkt: Porridge. Schön wärmend mit Zimt und stärkend mit Nüssen und Chia-Samen. Noch einen gesunden Apfel dazu und schon ist man für den Tag gewappnet.
Nachdem ich noch eine Weile ins Nichts gestarrt habe, konnte ich mich endlich dazu überwinden meinen Pyjama gegen die Sportsachen einzutauschen. Nochmal kurz mit dem Hund raus um festzustellen, dass es zwar ganz schön windig, dafür aber nicht so kalt wie sonst ist, und dann waren wir auch schon auf dem Weg nach Grafenegg.

In Grafenegg selbst war extrem viel los. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, sind uns schon die ersten Läufer entgegengekommen. Manche waren mit normalen Sportsachen bekleidet, andere sahen wie echte Marathon-Läufer aus. Da hat es um die 10°C und die hatten teilweise kurze Hosen und ärmellose Shirts an! „Ein lustiges Völkchen sind die schon!“, habe ich mir gedacht und mich gleichzeitig gefragt, ob ich da einmal dazugehören würde. Dass ich mir diese Frage wenig später mit einem klaren NEIN beantworten würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.



Meine Cousine war auch mit von der Partie und nachdem wir stolz unsere Startnummern montiert hatten, nahmen wir mit den anderen Läufern unsere Position im Startbereich ein. Am Anfang waren wir mitten im Getümmel, haben uns dann aber schnell entschieden von weiter hinten wegzulaufen, wo weniger los war. Wir haben uns also ganz ans Ende der Läufer gestellt. Hinter uns war dann nur noch eine etwas eigentümliche Versammlung von Leuten, die mit Stirnbändern und an den Handgelenken befestigten Stöcken, bewaffnet waren.











Und dann war es soweit. Der Start! Die Aufregung war groß und vom Applaus der Zuschauer angetrieben legte ich einen wahren Kavaliersstart hin, der mir kurz darauf zum Verhängnis wurde. Ich bretterte mit einem Tempo los, das meine Fähigkeiten weit überschritt und sobald die letzten Zuschauer außer Sichtweite waren, bremste ich rapide ab. Jeder Atemzug fühlte sich wie tausend Nadelstiche an und meine Beine wollten spontan die Kündigung einreichen. Und gerade als ich dachte: „Warum?! Was hab’ ich mir da angetan?“, hörte ich ein unaufhörliches nervöses Klackern hinter mir. Klick, klack, klick, klack... Es waren die Nordic-Walker! Und sie kamen näher! Die Kraft in meinen Beinen und die Luft in meiner Lunge wichen mit jedem Schritt, aber die nahende Bedrohung gab mir Kraft durchzuhalten.


Langsam aber sicher holten sie mich dann doch ein. Das Ganze war aber gar nicht so schlimm, denn der Unterhaltungswert den mir diese verbissenen Walker boten, machte die Schmach erträglich. Selten habe ich etwas Lustigeres gesehen, als diese Nordic-Walker. Voller Innbrunst schwangen sie ihre Stöckchen und mähten dabei alles und jeden nieder, der ihnen in den Weg kam. Zu ihrem Unglück leider auch meinen Freund, der das Ganze nicht so lustig fand und mit fein gewählter Hafenarbeiter-Sprache antwortete.

Sehr langsam schafften wir die ersten Etappen und ungefähr ab der Hälfte begonnen uns die ersten Läufer zu überrunden, die größere Strecken liefen und deshalb mehr als nur eine Runde drehten. Manche werden jetzt vielleicht denken, dass einen das doch endgültig demotivieren muss, aber nicht mich! Ab dem Zeitpunkt, an dem die anderen Läufer wieder um uns herumwuselten, war ich bereit ohne mit der Wimper zu zucken zu behaupten, dass wir uns auch schon in der zweiten Runde befänden, hätte jemand gefragt. Hat aber keiner und ich war einfach nur froh, dass wir diese verrückten Walker los waren.


Und dann war endlich das Ziel in Sichtweite. Und ich habe versucht noch einmal all meine nicht mehr vorhandenen Kräfte zu mobilisieren und – lasst es mich großzügig formulieren – habe noch einmal Gas gegeben. Ins Ziel einzulaufen war wirklich das beste Gefühl der Welt. Die Menge hat gejubelt (ja, ich weiß, dass die für alle jubeln) und über die Lautsprecher erklangen unsere Namen. Dankenswerter Weise ohne die Zeit zu nennen. Meine Cousine und ich freuten uns wie die Schneekönige und mein Freund war unendlich stolz auf mich. Und ich war auch stolz auf mich.


Meine Cousine war so begeistert von der Erfahrung, dass sie sich noch am selben Abend für den Silvesterlauf in Krems angemeldet hat. Nachdem ich sie davon überzeugt habe, beim Adventlauf mitzumachen findet sie es nur fair, wenn sie mich jetzt zum Silvesterlauf überredet. Da der aber doppelt so lang ist, wie der Adventlauf, muss ich mir das noch sehr gründlich überlegen!

Abschließend kann ich sagen, dass ich nicht bereue mitgemacht zu haben. Es war sicherlich gut, dass ich ein paar Wochen lang ein bisschen zusätzliche Bewegung gemacht habe und mich einer Herausforderung gestellt habe. Auch wenn ich nicht die Schnellste war, und mir ein Sauerstoffzelt im Zielbereich sehr entgegengekommen wäre, hat es Spaß gemacht.

Ich möchte mich außerdem bei meiner Cousine bedanken, dass sie mitgemacht hat und so nett war, in meinem Schneckentempo zu laufen um mich notfalls antreiben zu können.
Und natürlich möchte ich mich bei meinen Freund bedanken, der in den letzten Wochen der wohl geduldigste Personaltrainer der Welt war und mir immer zeigt, wie stolz er auf mich ist. Danke!

Und zu den Nordic-Walkern: ich weiß, dass das theoretisch auch ein Sport ist, den man ernst nehmen kann, aber eben nicht muss. Solange ihr auch mal nett auf die Seite geht, glaub ich daran, dass eine friedliche Koexistenz von Läufern und Walkern möglich ist!

Adventlauf 2015 - noch 1 Tag


Zwei Wochen Training für den Adventlauf in Grafenegg hatte ich schon hinter mir und deshalb war es größte Zeit für eine kleine Erholungspause! Ohne eine bestimmte Vorstellung davon, wie lange diese Unterbrechung dauern sollte, habe ich mich letzten Montag entspannt zurückgelehnt und das Training ausfallen lassen. 
Am Mittwoch, dem nächsten Trainingstag nach meinem ursprünglichen Plan, war ich dann schon wieder voller Energie, hab mir die Laufschuhe umgeschnallt und losgelegt. Die Runde war etwas kleiner als sonst (1,6km), dafür bin ich die Strecke in einem Stück durchgelaufen. 

Jetzt könnte man natürlich denken, dass mir diese kreative Schaffenspause anscheinend gut getan hat und wie toll es nicht ist, dass ich nur einen Trainingstag ausfallen habe lassen. Aber da kennt ihr mich schlecht! 
Ich kann positiv überraschen und in der nächsten Sekunde dann doch wieder bitter enttäuschen. Meistens mich selbst. 

Am Donnerstag habe ich noch entspannt meinen Rasttag genossen, zufrieden mit mir selbst, weil ich ja gestern schon wieder so fleißig war.
Am Freitag war ich von früh bis spät unterwegs, was man fast als legitimen Grund gelten lassen könnte, das Training zu verschieben. Aber ich hatte schon die Vermutung, dass diese Woche nicht mehr wirklich zu retten sein wird, wenn ich das mache. 
Am Samstag hätte ich den Lauf vom Freitag wahrscheinlich problemlos nachholen können. Allerdings macht mir im Ausreden-finden keiner so schnell was vor und so war ein langer (allerdings nicht wirklich weiter) Spaziergang mit Freunden und die Tatsache, dass kein eigentlicher Trainingstag war, für mich Grund genug, um auch an diesem Tag die Laufschuhe im Schrank zu lassen.
Am Sonntag gab es dann kein Zurück mehr. Mein Freund ist mit mir nach Grafenegg zum "Probelaufen" gefahren. Es war eiskalt und windig, aber vor der Kulisse des schönen Schlossparks zu laufen war schon um einiges besser, als die immer gleiche Runde vor meiner Haustüre zu drehen. 


 

Diese Woche, also die Adventlauf-Woche, lief ein bisschen besser. 
Den Montag habe ich wieder großzügig ausgelassen, dafür war ich am Mittwoch und Freitag laufen. Es waren nicht gerade meine besten Runden, und es war eiskalt weil der Herbst doch noch dem Winter gewichen ist, aber ich bin in Bewegung geblieben und das ist wichtig.

Jetzt sitze ich hier und warte auf morgen. Den großen Tag. Einerseits freue ich mich auf den Lauf, andererseits bin ich schon sehr froh, wenn ich es hinter mich gebracht habe. Mein Ziel ist, so viel wie nur möglich durchzulaufen!
Aber keine Sorge, ich werde euch natürlich aus erster Hand berichten, wie es war. 

Wünscht mir Glück!







Adventlauf 2015 - noch 2 Wochen


Bei einem Adventlauf, oder generell irgendeinem Lauf, mitzumachen ist nicht gerade typisch für mich. Ich gehöre einfach nicht zu der Sorte Mensch, die laufen geht und untrainiert einfach so 3 km weit kommt und sich dann sofort gut fühlt, weil die Endorphine sie durchströmen. Ich laufe höchstens vor etwas weg (zB. einer Spinne), oder etwas nach (zB. meinem Hund).

Vor einigen Wochen habe ich aber eine Werbung für den "Adventlauf Grafenegg" gesehen und mir gedacht, dass ich mir das genauer anschauen möchte. Wie erhofft, ist die Strecke nicht allzu lang. Man kann 2,5km, 5km oder 10km laufen. 2,5km zu laufen ist eine Herausforderung für mich, aber eine Herausforderung mit der Aussicht auf Erfolg, also habe ich mich angemeldet.
Mein Freund war ganz begeistert von der Idee und läuft mit. Für ihn sind 2,5km keine große Herausforderung (wahrscheinlich nicht einmal eine kleine...), aber es macht ihm Spaß und er freut sich darauf, das mit mir gemeinsam machen zu können. Und ich bin wiederum froh, dass er mich unterstützt.

Voller Motivation habe ich dann am Sonntag, den 01. November 2015 mein Training gestartet. Die Idee war jede Woche vier mal laufen zu gehen, also jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag. So habe ich immer einen Tag Pause, abgesehen von Sonntag auf Montag.

Der Start war nicht leicht, aber auch nicht so schlimm, wie befürchtet. Es hat sehr geholfen ein Ziel zu haben, etwas auf das man hintrainieren kann. Mein Freund war fast immer mit, was die Sache für mich nochmal sehr erleichtert hat. Er hat mich nicht nur motiviert, er hat mich auch abgelenkt. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn man die ganze Zeit nur überlegt, wie weit man schon gekommen ist und wie weit man noch laufen muss. Außerdem hatte er so die seltene Chance eine halbe Stunde lang mit mir zu reden, ohne dass ich meinen Senf dazugebe. Sehr förderlich für die Beziehung, kann ich jedem nur empfehlen!


  


Die erste Woche ging schnell vorbei und ich hatte am nächsten Sonntag schon einen ersten Erfolg vorzuweisen: 1,5 durchgelaufene km! Das ist ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass ich am Anfang nach ein paar hundert Metern nicht mehr konnte und gehen musste. 

Leider verläuft so ein Training nicht immer linear und deshalb war die Enttäuschung groß, als ich beim nächsten Mal nur mehr knapp über einen km weit gelaufen bin. Es ist wahrscheinlich nicht gerade förderlich, dass ich manchmal schon während dem Laufen einen Blick auf die Runtastic-App werfe, die mir dann genau sagt, wie weit ich gekommen bin und wie lange ich dafür gebraucht habe, aber wenn man öfters die gleiche Strecke läuft sieht man ja auch so ganz gut, ob man beim letzten Mal weiter gekommen ist oder nicht. 
Ich habe mich trotzdem durchgebissen und bin auch in Woche 2 meines Trainings brav an den mit mir selbst vereinbarten Tagen laufen gewesen. Leider fiel es mir immer schwerer mich zu motivieren und mein Freund konnte mir nichts erzählen, was spannend genug gewesen wäre, um mich davon abzulenken beim Laufen ans Laufen zu denken. 

Und so bin ich nach nur zwei Wochen Training erst einmal stehen geblieben. Ich habe aber auf jeden Fall vor, wieder laufen zu gehen. Nur eben diese Woche nicht gleich vier mal und ich glaube auch nicht, dass das wirklich schlimm ist. So eine kleine kreative Pause kann ganz gut tun. 

Wir werden sehen, wie es weitergeht. Ich halte euch auf dem Laufenden! 
(Ja, das war jetzt vielleicht nicht der beste Wortwitz der Welt, aber er hat sich so angeboten!)