Posts mit dem Label Louis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mein erstes Jahr mit Hund - Ein Resümee


Mein erstes Jahr mit Hund ist vorbei. Irgendwie ist es schnell vergangen, obwohl ich selten jeden Tag so intensiv ausgenutzt und wahrgenommen habe, wie im letzten Jahr.
Tja, und nach so einem Jahr ist es wohl an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Was habe ich richtig, was habe ich falsch gemacht? Was würde ich genau so nochmal machen und was nicht?


Dann fangen wir mal an! Gleich am allerersten Tag mit Hund, im allerersten Moment zusammen, als wir im Auto saßen, habe ich eine Fehler gemacht, den ich schwer bereue und über den ich mich wahrscheinlich noch ewig ärgern werde! Ich habe ein Foto von diesem süßen, knuffigen, allerliebsten Welpen auf meinem Schoß gemacht und dann... Dann habe ich es gelöscht, weil ich mich nicht hübsch darauf fand!!! Was ist nur los mit mir?!?! Ich würde so einiges dafür tun, wenn ich ein Foto von dem Moment hätte, als wir Louis mit nach Hause genommen haben!
Aber andererseits war es mir in dem Moment einfach nicht wichtig genug. Ich war so voller Freude und Vorfreude auf alles, was vor uns lag, dass es mir egal war, ob ich jetzt ein Foto habe, oder nicht. Und so erging es mir im Laufe des letzten Jahres oft. Nicht, dass ich viele schöne Fotos gelöscht hätte, aber ich habe viele, sehr viel, sehr sehr viele Fotos gar nicht gemacht, weil mir in dem Moment der Moment wichtiger war. Und das ist wahrscheinlich auch gar nicht so schlecht.
Aber jedem, der sich einen Welpen nimmt, kann ich nur empfehlen so viele Fotos wie möglich zu machen, auf denen man auch sieht, wie klein dieser Wuzi ist, der so viel Freude in euer Leben bringt. Am besten, ihr beauftragt von Anfang an irgendjemanden, der permanent Fotos von euch und dem Hund macht. Das wäre wohl die beste Lösung!

Noch so ein kleiner Fehler, den ich gleich zu Beginn gemacht habe: Ich bin nicht sofort zum Tierarzt mit ihm gefahren. Wer sich keinen Rassehund mit 17 Generationen Stammbaum holt, der möge doch bitte zu allererst den Tierarzt ansteuern! Und wer der euch nur erzählt, dass alles bestens ist, dann weiß man es wenigstens. Ich habe schon einen ziemlich ausführlichen Post darüber verfasst, wie ich zu Louis gekommen bin und was für Startschwierigkeiten wir hatten. Hier könnt ihr auch lesen, warum man dringend gleich als erstes den Tierarzt aufsuchen sollte (ich sage nur: Würmer und Flöhe).

Louis und ich sind seit ca. einem halben Jahr bei einer Hundetrainerin und ich könnte nicht begeisterter sein. Manchmal wünschte ich, wir wären schon früher zu ihr gegangen, aber wir waren zum Glück gar nicht so spät dran und hatten vorher alles ganz gut im Griff. Er hörte auf seinen Namen, kam wenn man ihn gerufen hat und "Sitz" und "Platz" waren auch kein Problem. Aber irgendwann waren andere Dinge interessanter, als das Leckerli, das man bekommt, wenn man gerufen wird. Wir haben schnell erkannt, dass sich ein Problem anbahnen könnte und haben zum Glück eine wirklich tolle Hundetrainerin gefunden.
Achja, und wer seinen Hund einmal die Woche bei einem sogenannten Trainer abgibt, einkaufen fährt, ihn wieder holt und sich wundert, dass der Hund zwar ein paar Tricks drauf hat, aber eigentlich nicht wirklich erzogen ist, soll sich schämen! Ja, es gibt solche Leute! Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde, die Trainer, die es anbieten, oder die Leute, die es in Anspruch nehmen. So oder so verliert das Tier dabei! Ich bin wirklich kein Profi, was Hundeerziehung betrifft, aber heutzutage weiß wirklich jeder, dass in einer guten Hundeschule der Mensch am meisten lernt und man nur so langfristige Erfolge erzielt!
So, das musste mal raus!

Kommen wir zu den lieben Mitmenschen. Oh ja, wenn man einen Hund bekommt, zeigt sich das wahre Gesicht von Freunden und Verwandten! Na gut, das ist jetzt vielleicht ein bisschen zu drastisch. Aber man merkt schon, wem man wichtig genug ist, um Rücksicht zu nehmen und wem nicht. Irgendwann ist nur mehr wichtig, ob Hunde erlaubt sind, wo man hinwill, und entscheidet dann, ob man den Hund zu Hause lässt, oder mitnimmt. Aber zu Beginn, vor allem bei einem Welpen, ist das ein bisschen komplizierter. Kann ich ihn mitnehmen? Wie lange kann er schon alleine bleiben? Wenn er alleine bleibt, muss ich aber vorher lange genug mit ihm spielen und ihn beschäftigen! Im Kaffeehaus kann man nicht entspannt tratschen, weil nicht jeder Hund einfach gleich entspannt unterm Tisch liegt, ohne dass man ihn bemerkt. Sind da auch andere Hunde? Wie viele andere Hunde werden da sein? Gibt es eine Möglichkeit für den Hund sich zu erleichtern, wenn er muss?
Tja, ihr merkt schon, da gibt es so einiges zu bedenken und zu klären. Manchen ist das zu anstrengend und ich habe mir sagen lassen, je mehr Hunde man hat, um so kleiner wird der Freundeskreis. Das glaube ich sofort! Aber ich habe zum Glück sehr tolle Freunde und Verwandte, die nicht nur Rücksicht genommen haben, sondern sich auch (fast) anstandslos in's Hundetraining integrieren lesen. Manche mehr, manche weniger, aber das ist in Ordnung.

Was sich auch noch geändert hat, seit ich einen Hund habe, ist mein Verhältnis zu Katzen. Früher hätte ich mich nie festlegen können, ob ich grundsätzlich ein Hunde- oder ein Katzenmensch bin. Ich wollte zwar für mich persönlich lieber einen Hund haben, aber ich mochte Katzen genau so gerne. Das hat sich dann schnell geändert. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass Louis zwar schon die eine oder andere Katze auf einen Baum gejagt hat (ja, das machen Hunde wirklich), aber er hat noch nie einer was getan. Und wenn sie nicht vor ihm weglaufen, dann bleibt er einen Meter vor ihnen stehen und fordert sie zum Spielen auf. Bis jetzt hat noch keine Katze mitgemacht, deshalb gibt er dann irgendwann auf und trottet enttäuscht zu mir zurück. 
Also mein Hund kann ganz gut mit Katzen, nur sie mit ihm anscheinend nicht. Und ich selber? Tja, ich tue mir ein bisschen schwer. Jetzt wo ich einen Hund habe, bin ich es gewöhnt, mit einem Tier auf irgendeine Art interagieren zu können. Aber Katzen. Die ignorieren einen einfach. Das höchste der Gefühle ist, wenn sie sich gestört fühlen und deshalb weglaufen. Ich hatte schon echte Probleme mit den Miezen, durfte dann aber ein paar ganz nette Exemplare kennenlernen und konnte mich wieder ein bisschen mit ihnen anfreunden. 
Mittlerweile kann ich von mir behaupten, ein eindeutiger Hundemensch zu sein, aber wenn ich höre, dass Freunde von mir eine Katzen haben, dann kündige ich ihnen nicht gleich die Freundschaft. ;)

So. Und jetzt kommt das große Resümee: Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die ich anders machen würde, aber würde ich mir den Louis wieder gleich nach dem ersten Sehen mit Heim nehmen? JAAAA!!! Natürlich! Darüber brauche ich nicht einmal nachdenken! Dass ich einen Hund habe, vor allem diesen speziellen einen Hund, habe ich in dem ganzen letzten Jahr keine einzige Sekunde lang bereut! Er bringt so viel Freude in mein Leben und hat dafür gesorgt, dass ich manchen wichtigen Menschen näher komme, weil ich einfach mehr Zeit mit ihnen verbringe. Er zeigt mir schonungslos meine Fehler auf, ohne es zu merken und begleitet mich jeden Tag, wohin ich auch gehe. Ich würde ihn für nichts in der Welt hergeben!!!


Ach ja, zum Einjährigen gab's natürlich einen schönen Knochen für Louis. Ich glaube, er hat sich gefreut! :)


Louis


Als ich heute aufgestanden bin war es draußen noch dunkel. Es hat geschüttet, was den letzten Schnee in Matsch verwandelt hat, und die Kälte hat dafür gesorgt, dass der Weg vor meiner Haustür einer Eislaufbahn glich. Trotzdem habe ich mir meine Winterjacke über den Pyjama gezogen, die Winterstiefel zugeschnürt und mich todesmutig vor die Türe gewagt.

Warum ich das mache und es sogar genieße? Weil ich einen Hund habe!
Seit einem halben Jahr gehört mehrmaliges Verlassen meiner gemütlichen Wohnung bei Wind und Wetter zu meinem Alltag. Und ich finde es toll!
Aber die Entscheidung, mir einen Hund zuzulegen, habe ich alles andere als leichtfertig gefällt. Um genau zu sein, hat es einige Jahre gedauert, bis ich es endlich gewagt habe.

Ich komme aus einer Katzenfamilie. Nein, das heißt nicht, dass ich von Katzen aufgezogen wurde, sondern dass meine Eltern Katzen hatten, oder eigentlich immer noch haben. Nachdem ich aber ausgezogen bin, war ich tierlos und damit auch irgendwie recht freudlos. Also sollte ein Haustier her und ich fing an zu überlegen, ob ich eine Katze will, oder doch ein Haustier, das mich liebt. (Ja, ich weiß, liebe Katzenbesitzer, eure Katzen lieben euch ganz bestimmt auch. Irgendwie. Eigentlich. Redet es euch nur schön...)
Endgültig fiel die Entscheidung allerdings erst auf einen Hund nachdem mir klar wurde, dass ich den Kater meiner Eltern nur deshalb so toll finde, weil er wie ein Hund ist. Er kommt, wenn man ihn ruft, ist nicht scheu und wie er noch klein war, hat er sogar apportiert! Er ist mit Hunden aufgewachsen und hat sich deshalb selbst wie einer verhalten. 

Ab da habe ich versucht sämtliches Wissen über die Haltung und das Verhalten von Hunden wie ein Schwamm aufzusaugen. Allerdings hat mir das nicht gereicht. Ich wollte den perfekten Zeitpunkt abwarten, um mich ja gut genug um einen Welpen kümmern zu können. Nur kommt so ein perfekter Zeitpunkt eben nie. Irgendwas ist immer. Und nach VIER langen Jahren, habe ich irgendwann gemerkt, dass ich nur Zeit verschwendet habe, in der ich mich ganz locker um einen Hund kümmern hätte können. All die Dinge, von denen ich dachte, dass sie hinderlich wären, waren es eigentlich gar nicht, abgesehen von mir selbst.

Ich glaube, es hat dann nicht einmal mehr eine Woche gedauert und ich habe mir mit meinem Freund den ersten Welpen angesehen. Und das war er dann auch schon, mein LOUIS! (Man spricht es ohne das S am Schluss aus, wie Louis de Funès, nachdem er benannt wurde.)



Bitte, versteht mich nicht falsch, denn ich habe mir definitiv nicht den erstbesten Welpen genommen, der nicht schnell genug vor mir flüchten konnte. Nachdem ich jahrelang überlegt habe, was für ein Hund zu mir passt, hatte ich mir einiges zurechtgelegt und niemand hat weniger geglaubt, als ich, dass der erste Welpe gleich der ist, den ich mit nach Hause nehme. Es hat alles so plötzlich so perfekt gepasst, dass ich selbst ein bisschen überrumpelt und nicht einmal wirklich ausgerüstet war (was sich mit einem Großeinkauf bei Fressnapf ganz schnell ändern ließ).



Louis war ca. 11 Wochen alt, als ich ihn von der Hundenothilfe Wachau geholt habe. Er hatte Würmer und Flöhe, aber darum hat sich die Tierärztin schnell und gut gekümmert. Allerdings kommen mir jetzt noch die Tränen, wenn ich daran denke, wie er mit seinem weißen Welpen-Kugelbauch daliegt und diese schwarzen Punkte in seinem Fell herumflitzen. Er war sehr schüchtern zu Beginn, was sich vor allem darin geäußert hat, dass er ständig unter den Möbeln liegen wollte. Allerdings ist er jeden Tag ein Stückchen mehr unter dem Sofa hervor gekommen. Zuerst nur seine Schwanzspitze, dann schon die Hinterpfoten und irgendwann schließlich der ganze Louis. 



Er war fast stubenrein und hat insgesamt vielleicht fünf mal in die Wohnung gemacht. Ich habe mich von Anfang an bemüht, ihn viel mit anderen Hunden in Kontakt kommen zu lassen, was sehr gut für ihn und mich war. Generell habe ich versucht nichts auszulassen und ihm zu zeigen, dass er sich vor nichts fürchten muss, ohne ihn dabei zu überfordern.
Auch alleine zu bleiben, habe ich von Beginn an mit ihm geübt, was mal besser mal schlechter funktioniert. Mittlerweile kann er eigentlich schon sehr lange alleine bleiben, manchmal versucht er aber doch noch etwas anzuknabbern.



Alles in allem ist mit der Zeit ein großer (naja, nicht so groß, aber er ist eben kein Baby mehr), starker, mutiger und fröhlicher Hund geworden, der es liebt zu kuscheln und zu spielen und mit beidem wird er ausreichend versorgt. Zum Glück wird er nicht schnell unleidlich, wenn es einmal eine Zeit lang weniger zu erleben gibt (was in der Grippe-Zeit von großem Vorteil war), aber man kann mit ihm auch stundenlang unterwegs sein, ohne dass es ihm zu viel wird. 



Louis ist ein "reinrassiger Mischling". Seine Mama habe ich gesehen und sie ist ungefähr so groß, wie er jetzt (er ist jetzt ca. 9 Monate alt) und hat langes, glattes, schwarzes Fell. Welche Rassen wirklich in ihm stecken, weiß ich nicht und die Vermutungen gehen von Dackel, über Vizsla bis hin zu Terrier. 
Er hat ein Zick-Zack-Muster am Schwanz und einen Bart in den sich jeder gleich verliebt. Außerdem hat er rechts und links von seinem Schwanz Fellwirbel, die wie Rücklichter aussehen.



Er bringt viel Freude, Action und Bewegung in mein Leben, was ich noch keinen Tag lang bereut habe. Ich liebe ihn sehr und jeder, der uns zusammen erlebt hat, ist sich sicher, dass das auf Gegenseitigkeit beruht.










2016 - Ein guter Anfang


Bevor ich hier mit 2016 beginne, möchte ich erst noch mit 2015 abschließen. 

2015 war ein tolles Jahr für mich: 
Ich hatten den besten Geburtstag überhaupt, weil so viele liebe Menschen mit mir gefeiert haben. 
Ich habe meine sportliche Seite ein bisschen entdeckt.
Und 2015 war das Jahr, in dem ich mir nach so langem Warten endlich einen Hund geholt habe und ich habe es seitdem keinen einzigen Moment lang bereut.
Es gibt noch so viel mehr Gründe, warum 2015 das tollste Jahr überhaupt für mich war, und genau deshalb fiel mir das Loslassen nicht wirklich leicht. 
Aber vor Silvester kann man sich eben nicht drücken und so habe ich mich dem Schicksal hingegeben und den 31. Dezember 2015 noch einmal so richtig mit einem langen Spaziergang mit meinem Hund genossen.



Den Jahreswechsel haben mein Freund und ich zu Hause verbracht. Das war in den letzten Jahren immer sehr schön so, und obwohl es nett gewesen wäre, es doch mal krachen zu lassen, haben wir uns, dem Hund zuliebe, dagegen entschieden. Der hat sich von dem ganzen Trubel allerdings nicht wirklich beeindrucken lassen und jedes Feuerwerk, jeden Knallkörper und jedes: "Yeeeeaaaahhhh!!!! Sülvestaaaa!!!" von Draußen großzügig ignoriert. Im Endeffekt hat er Silvester sogar komplett verschlafen und hat nicht einmal mit einem Ohr gezuckt. 

Und dann war es da. 2016. Und was soll man mit so einem neuen Jahr anfangen, wenn man sich weigert Neujahrsvorsätze zu fassen, um sie nach wenigen Tagen links liegen zu lassen? Erst einmal schlafen und sich am 01. Jänner vom Schnee überraschen lassen! 



Ja, da haben wir nicht schlecht geschaut, als wir im neuen Jahr von einem Winterwunderland begrüßt wurden. Obwohl eigentlich damit zu rechnen war, dass pünktlich nach Weihnachten doch noch der Winter kommt. 
Aber so schnell wie der Schnee da war, war er auch schon wieder weg und deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass wir gleich in der Früh eine Weile durch die weiße Pracht gestapft sind. 

Natürlich waren auch wir beim obligatorischen Neujahrsspaziergang dabei und haben dabei den ersten Sonnenuntergang des Jahres genossen. 




Und dann war dieser erste Tag auch schon wieder vorbei. Eigentlich nichts Besonderes. Er verging genau so schnell, wie alle anderen Tage und trotzdem war er anders. 
Nicht nur wegen dem Schnee, oder weil die Geschäfte geschlossen hatten, und auch nicht, weil so viele Menschen spazieren gegangen sind, die sonst kaum einen Fuß vor die Türe setzen. Ich glaube, dass es egal ist, ob man Silvester feiert, oder nicht (heuer wollte ich mich selbst dem Ganzen ja am liebsten entziehen), aber man kann diesem Gefühl von einem neuen Anfang einfach nicht entgehen. Und das ist auch gut so!