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European Street Food Festival in St. Pölten - Herbst 2016


Im Frühjahr war ich zum ersten mal auf einem Street Food Festival und es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich beim nächsten Halt in meiner Nähe wieder dabei war. Jetzt ist ein halbes Jahr vergangen, das European Street Food Festival war wieder in der Stadt und ich wollte sehen, was sich in einem halben Jahr so geändert hat. Ja gut, und ich wollte essen. Das müsste jedem klar sein, der meinen letzten Post darüber gelesen hat, in dem ich alle acht (ja, 8!!!) Gerichte vorgestellt habe, die ich probiert habe. Umgangssprachlich nennt man das "verfressen", "gierig", oder gar "Saumagen", in meiner Regenbogen-Einhorn-Welt nenne ich das "Food-bloggen"! ;) 

Diesmal habe ich mich ein bisschen, oder im Vergleich zum letzten Mal, sehr zurückgehalten und nur drei Street Food Foods (?) gekostet. Warum, erkläre ich später, zuerst erzähle ich euch, was ich so probiert habe.


1. Kartoffel Champignon Suppe

Es war kalt, also wollte ich mit einer kräftigen, wärmenden Suppe starten. Bekommen habe ich eine Brühe, die kaum anders als "interessant" zu beschreiben ist. Sie war sehr flüssig, ich hatte mir etwas eher cremiges vorgestellt, und war sehr eigenartig gewürzt. Ich würde es wirklich gerne besser beschreiben, aber während dem Essen, habe ich mich einfach nur gefragt, was ich da gerade zu mir nehme. Ohne gemein sein zu wollen, muss ich sagen, dass die Suppe einfach nur billig geschmeckt hat. Eine stark Ã¼berwürzte, undefinierbare Brühe, die auch nicht dadurch besser wurde, dass ich versehentlich meinen Schal darin eingeweicht habe und meine Jacke vollgesaut habe, weil ich es nicht bemerkt habe. Aber so hatten wir wenigstens was zum Lachen, und ihr jetzt auch.




2. Gebackener Rotbarsch

... oder einfacher gesagt: frittierter Fisch. Aber wow, war das ein guter frittierter Fisch! Eines der Highlights, als ich das letzte mal beim European Street Food Festival war, war für mich der Kaiserschmarren. Ein eher klassisches Gericht, das aber so gut war, dass es mich voll aus den Socken geschmissen hat. Ich war ziemlich enttäuscht, als ich bemerkt habe, dass es diesen Stand diesmal nicht gab. Aber als Ersatz dafür, und als Wiedergutmachung nach dieser - nennen wir es großzügig - Suppe, durfte ich eine erstaunlich große Portion von diesem erstaunlich guten Fisch verputzen.



3. Frittiertes Eis

Auch dieses mal gab es wieder frittiertes Eis. Der Stand sah gleich aus, die Leute waren andere und auch beim Angebot hat sich einiges getan. Es gab ein paar unterschiedliche Eissorten und man konnte zwischen Cornflakes-Kruste und Bröselkruste wählen. Und dann standen natürlich auch noch diverse Toppings zur Wahl. Ich hatte Vanilleeis mit Cornflakes-Kruste und Schokolade. Es war köstlich! Bei meinem Freund durfte ich Erdbeereis mit Bröselkruste kosten, was ebenfalls wirklich lecker war (er hat sich dann sogar eine zweite Portion geholt). Beides war also wirklich gut. Falls ihr euch mal entscheiden müsst, dann kann ich euch nur sagen, dass die Cornflakes-Kruste natürlich knuspriger ist. Die Kruste aus Bröseln ist irgendwie weicher, aber nicht schlotzig! Es ist also, wie so vieles im Leben, reine Geschmacksache.



Tja, und das war's auch schon wieder. Ich bin froh, dort gewesen zu sein, aber es war doch ein großer Unterschied zum letzten Mal. Da war es ein richtiges Erlebnis. Die Halle war, oder wirkte zumindest, doppelt so groß. Es waren irre viele Leute da, man musste sich fast um einen Platz prügeln. 
Diesmal war es ganz anders. Das Phänomen "Street Food" hat anscheinend deutlich an Faszination verloren. So schnell geht das eben heutzutage. Oh Mann, wie alt bin ich eigentlich?! 80?! Naja, aber so ist es nun mal. Es ist doch immerhin erst ein halbes Jahr her! Da konnte man den Menschen mit pulled Pork und frittiertem Eis noch Glanz in die Augen zaubern. Heute glänzen die Augen nur mehr, wenn sie sich verschluckt haben und sie so stark husten müssen, dass ihnen die Tränen kommen.
Alles Neue verliert eben irgendwann seinen Reiz und in dem Fall handelt es sich anscheinend um Food Trucks. Ob die jetzt wieder zu Wohnwägen zurückgebaut werden? Wer weiß...

Mir hat es auf jeden Fall letztes und auch dieses Mal gefallen, aber ich weiß nicht, ob ich nochmal vorbeischauen werde. Vielleicht kurz mal auf was Frittiertes. Das bekomme ich sonst nie. Ist wahrscheinlich auch besser so!
Ich gehe mir jetzt einen ganz glanzlosen Käsetoast machen. Unfrittiert und nicht gepulled. Aber man muss ja nicht jede Mahlzeit fotografieren und in's Internet stellen. Wenn man nicht will.

Erzählt mir ruhig, was ihr so esst! Ob glamourös, oder nicht! Mir fehlen die Ideen und ich kann echt keinen Käsetoast mehr sehen ;)






Meine erste Tupperparty - oder: Wie man eine Tupperparty überlebt




Vor einigen Monaten erntete ich staunende Blicke, als ich gegenüber einiger Arbeitskolleginnen zugegeben habe, noch nie auf einer Tupper-, Kerzen-, Bastel- oder Wasweißich-Party gewesen zu sein. Heutzutage kann man nämlich anscheinend aus echt allem eine Party machen. Von den meisten Dinge hatte ich noch nie etwas gehört und beim Rest war ich doch sehr überrascht, dass man daraus eine Party machen kann. 
Eine Putzparty?! Also ehrlich! Haben da alle Partyhüte auf und man putzt im Kollektiv unterm Strobolicht die Küche? Und nächste Woche ist dann das Bad von der Sabine dran! Ich bring' das Schwarzlicht mit! Yeah...!
Nein, danke. Nicht für mich. Aber als mich dann eine Freundin vor ein paar Wochen zu einer Tupperparty bei sich zu Hause eingeladen hat, war die Neugier doch sehr groß und ich sagte gespannt zu. 

Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch. In meiner Vorstellung lief das Ganze so ab: einige Frauen sitzen an einem Tisch, es gibt Kaffee und Kuchen, ein paar Plastikschüsseln werden im Kreis rumgereicht und man darf erst gehen, wenn man etwas bestellt hat. 
Oder vielleicht ist es doch viel spannender! Vielleicht bekommen wir Kutten und beten in unterirdischen Gemäuern den Multi Meister Fuß mit Faschier-, Keks-, Reibe-, Schnitt- und Saftaufsatz an und weil ich ein neues Mitglied in der Sekte dem Verein bin, darf ich feierlich ein Grapefruit entsaften! Aber was, wenn ich nicht stark genug bin und das Glas nicht voll wird? Werde ich dann mithilfe des 6-teiligen Messersets den Tuppergöttern geopfert?! Ok, ok, da ist jetzt ein bisschen meine Fantasie mit mir durchgegangen, aber es kann ja nicht schaden ein paar Liegestütze zur Vorbereitung zu machen. Nur zur Sicherheit.

Dann war es soweit. Der große Tag meiner ersten Tupperparty war gekommen. Und es hat viel mehr Spaß gemacht, als ich gedacht habe. Zu meiner Enttäuschung gab es zwar keine Kutten, dafür aber Kaffee und dazu belegte Brote. Es hat sich auch herausgestellt, dass es ödes Schüsseln Herumreichen lange nicht mehr gibt. Stattdessen gibt es Live-Performances, die in einem kulinarischem Erlebnis gipfeln. Naja, kulinarisches Erlebnis ist dann vielleicht doch ein bisschen übertrieben, aber es gab Essen, also hey! 
Die Gerätschaften werden also nicht mehr nur hergezeigt, sondern tatsächlich benutzt. Und zwar nicht nur um ein paar Karotten zu schälen oder Zwiebeln zu zerkleinern, die dann achtlos in der Ecke liegen gelassen werden. Nein, es wird richtig gekocht und - mein Lieblingspart - anschließend auch gegessen. 
Bei uns gab es einen Aufstrich und einen Apfelstrudel mit Vanillesoße aus der Mikro. Hört sich alles schon mal nicht schlecht an, war dann aber noch so richtig lustig, weil irgendwie nichts so funktionierte, wie die Tupperfee (so nennt man diese Vorführerinnen doch, oder?) sich das vorgestellt hatte. Zum Beispiel ließ sich das Gemüse nicht so leicht zerteilen, und so war der Aufstrich dann... ich sage mal... etwas grob. Und ungesalzen. Aber egal, es gab ja noch den Strudel. Leider hatte auch die Maschine zum Reiben der Äpfel den Dienst verweigert, weshalb wir dann doch eine ganz herkömmliche Reibe aus dem schwedischen Möbelhaus verwendet haben. Dann kam aber die Vanillesoße und da war ich ganz begeistert! Einfach in die Mikro, ganz ohne Anbrennen, ganz ohne Stress. Meine Oma hat mir später allerdings erzählt, dass sie das seit Jahren schon genau so macht, nur in einer stinknormalen Glasschüssel...


Oma 1 : Tupperware 0

Zum Schluss durfte die Gastgeberin dann noch die glückliche Gewinnerin eines Mini-Kruges ziehen (ich war es nicht und habe ihr deshalb natürlich sofort die Freundschaft gekündigt!). Was mir wirklich gut gefallen hat war, dass jeder einen Katalog und ein Bestellformular mit nach Hause bekommen hat, das man dann ausgefüllt, falls man etwas bestellen möchte, der Gastgeberin gibt, oder ihr einfach ein Foto davon schickt. So gibt es absolut KEINEN Kaufzwang und man kann das Ganze nochmal überschlafen.



Was? Ich hatte euch Tipps zum Überleben einer Tupperparty versprochen?! Achja. Also gut:

  • Bringt Hunger mit. Aber nicht zu viel! Es wird ziemlich sicher Essen geben, aber es könnte sein, dass es nicht gelingt. Und falls doch, sind die Portionen eher überschaulich. Wahrscheinlich hängt das aber auch ein bisschen davon ab, was die Gastgeberin sonst so vorbereitet.
  • Ihr müsst NICHTS kaufen, wenn ihr nicht wollt und werdet zu keinen übereilten Entscheidungen gezwungen und das ist wichtig, denn...
  • Tupperware ist sauteuer!
  • Fragt eure Tupperfee vielleicht nach Vereinstreffen. Unsere hatte da ein paar lustige Geschichten auf Lager.
  • Liegestütze sind zur Vorbereitung nicht notwendig, schaden aber nie.
  • Und wie immer im Leben: nehmt das Ganze nicht zu ernst und habt einfach Spaß!

Mein Fazit zum Thema Tupperparty: ich würde vielleicht nochmal hingehen. Für mich geht es dabei aber nur um den gesellschaftlichen Aspekt, den die Firma Tupperware für den Vertrieb ihrer Produkte ja ganz gezielt nutzt. An den Produkten selber, habe ich allerdings kein großes Interesse. Ich verwende doch lieber Schüsseln etc. aus Glas. Die sind zwar schwerer, aber es ist halt doch umweltfreundlicher und teilweise gesünder. Plastikflaschen als "Ökoflaschen" zu bezeichnen, nur weil man sie wiederverwenden kann, finde ich doch ein bisschen sehr großzügig. Glasflaschen kann man nämlich auch ganz einfach wiederverwenden, ohne dass sich irgendwelche Schadstoffe im Getränk ablagern. Und wenn es dann wirklich doch mal Plastik ist, dann reicht mir auch die Variante aus dem schwedischen Möbelhaus, die nicht mal ein Zehntel von dem Preis hat. Ich bin sicher kein Umweltapostel, aber ich denke, dass man manche Dinge eben doch sehr einfach ein bisschen besser machen kann.

Zum Abschluss wünsche ich euch natürlich viel Spaß auf den diversen Partys, die es heutzutage so gibt und lasst mich ruhig wissen, was auf eurer Tupperparty schon alles schief gegangen ist!



European Street Food Festival in St. Pölten


Letzten Sonntag hab ich es endlich zu einem Street Food Festival geschafft! Im Sommer hätte ja schon einmal ein Food Truck Treffen während dem Frequency in St. Pölten statt finden sollen, aber wegen der vielen Zusagen auf Facebook, wurde es aus Sicherheitsgründen abgesagt. Jetzt tourt das European Street Food Festival gerade durch Österreich und ich war natürlich dabei. 
Hier findet ihr ein paar Tipps und Tricks für ein optimales Street Food Festival- Erlebnis und dann verrate ich noch, was ich so alles verputzt habe.


Zu Beginn ein paar Tipps, falls ihr auch einmal auf so ein Street Food Festival gehen wollt:

  • Seht nach, ob noch andere Veranstaltungen zu dem Zeitpunkt in der Nähe stattfinden und rechnet zusätzlichen Verkehr ein.
  • Seit dort bevor die Pforten geöffnet werden! Wenigstens zehn Minuten früher. Dann ist noch nicht ganz so viel los und ihr könnt euch in Ruhe alles anschauen.
  • Nehmt viel Geld in kleinen Scheinen mit. So tut ihr euch selbst und den Ausstellern einen großen Gefallen. 
  • Versucht euch zu Beginn einen Ãœberblick zu verschaffen, bevor ihr zu Essen beginnt, aber lasst euch nicht zu lange Zeit, denn es kommen schnell immer mehr Leute nach.
  • Geht mit einer kleinen Gruppe hin, am besten ihr seit so 4-6 Leute. So könnt ihr die meisten Gerichte kosten, ohne das euch schlecht wird, weil ihr zu viel gegessen habt.
  • Tisch reservieren!!! Wenn ihr mit Freunden dort seit und früh genug hin kommt, sollte das kein Problem sein. Sucht euch aber gleich zu beginn einen Tisch aus und besetzt ihn, als wäre er ein neues Stück Land, das ihr erobert habt. Gebt den Tisch auf keinen Fall her! Der ist nämlich ganz schnell weg und dann wird es schwer einen neuen zu finden, an dem auch alle Platz haben. Also bleiben immer 1-2 Leute sitzen und der Rest sorgt für Futternachschub.
Wenn ihr diese Tipps befolgt, sollte nichts mehr schief gehen. 


Jetzt kommen wir dazu, was ich am European Street Food Festival in St. Pölten alles verkosten durfte:

1. Corn Dog

Der erste Stopp musste für mich der Corn Dog- Stand sein. Seit ich "Plötzlich Prinzessin" gesehen habe, wollte ich unbedingt einen probieren und ich kann euch sagen: Er war köstlich! Ich dachte, die Dinger werden fettig in der Fritteuse heuausgebacken, aber eigentlich gibt es dafür so eine Art Waffeleisen. Man kann auf dem Foto auch einen leichten Rand in dem Teigmantel erkennen, der durch das Backen in dem Gerät entstanden ist. 

Corn Dog



2. Currywurst

Nach meinem Corn Dog durfte ich eine Currywurst probieren, die von einem echten Fan als gut befunden wurde. Also perfekte Voraussetzungen für mein erstes Mal! Ich habe wirklich nur einen Bissen gekostet (wir erinnern uns, dass wir ja nicht platzen wollen), aber es hat mir wirklich gut geschmeckt und war mir, als bekennende Memme, was zu scharfes Essen betrifft, auch mild genug.


3. Wrap und Couscous

Danach musste mein Freund daran glauben und mich von seinem Essen kosten lassen. Auch hier habe ich mich, ganz im Gegensatz zu meiner sonstigen Art, vornehm zurückgehalten und nur winzige Spatzenportionen gekostet. Er hat sich einen Wrap geholt, der mit allerlei veganem Zeug gefüllt war, unter anderem gerösteten Karfiol, der aber wirklich sehr gut schmeckte. 
Danach gab es noch einen kleinen Couscous-Teller mit Kichererbsen, Gemüse und reichlich Soße, von dem aber weder mein Freund noch ich sonderlich begeistert waren.


4. Pulled Pork Burger

Pulled Pork Burger sah man bei dem European Street Food Festival wirklich an jeder Ecke und in unterschiedlichsten Variationen. Gleich beim Reingehen stand ein großer amerikanischer Schulbus, der über die Steiermark nach St. Pölten gefunden hatte und Burger anbot. Dass der Bus aus der Steiermark kam erwähne ich, weil das Burgerbrötchen innen leicht grünlich war, was weniger nach Schimmel, mehr nach dem systematischen Einsatz von Kernöl aussah. Ich mag ja kein rohes Gemüse, weshalb meine Burger immer recht nackig aussehen, aber im Umfeld des Street Food Festivals habe ich (und das sage ich jetzt nicht nur so!) Applaus dafür geerntet, eine Frau zu seinen, die nur Brot, Barbecuesoße und Fleisch will. Das Ergebnis konnte sich vielleicht nicht unbedingt sehen lassen, schmeckte dafür umso besser.


Food Truck


Food TruckFood Truck


Pulled Pork Burger

Pulled Pork Burger


5. Mini-Donuts

Die Mini-Donuts waren leider die Enttäuschung des Tages. Ich wollte extra keine Soße, um unnötige Fülle (von mir, nicht den Donuts) zu vermeiden, habe diese Entscheidung aber schnell bereut. Ich habe bereits fertige Donuts, aus einem kleinen Warmhalte-Kästchen bekommen, die viel zu stark gezuckert waren und auch nur mehr lauwarm.


Mini Donuts


6. Kaiserschmarren

Eigentlich würde ich mir bei einem Street Food Festival nicht so etwas Gewöhnliches wie ganz normalen Kaiserschmarren kaufen. Mein Freund hat das anders gesehen und ich kann nur sagen: Gott sei Dank!!! Dieser Kaiserschmarren war einer der Besten, die ich je gegessen habe. Und natürlich war er um Klassen besser, als wenn mein Palatschinkenteig (für meine deutschen Leser: Pfannkuchenteig) nichts wird, ich ein bisschen Backpulver dazumische, alles in eine Pfanne gebe und es Kaiserschmarren nenne.


Kaiserschmarren


7. Malawach Roll

Ja, wir befinden uns bei Punkt sieben und ich bin noch nicht geplatzt. 
Die vegane Malawach Roll war sicher das exotischste Gericht, das ich probiert habe. Der Teig war wie eine Mischung aus Crêpeteig und Blätterteig. Es gab sieben verschiedene Füllungen, drei davon waren süß. Ich habe mich für "The Vegan" entschieden:


Yemen Express


MalawachMalawach

Grundsätzlich war die Malawach Roll sehr gut, leider hat man es ein bisschen zu gut mit der Sesam-Paste gemeint, weshalb das Ding eher bitter geschmeckt hat. Die Auberginen waren auch nicht so toll, weil sie anscheinend vor dem Grillen nicht gesalzen wurden (Geheimtipp vom Perfekten Dinner). Fazit: ein bisschen anders zubereitet wäre ich hin und weg gewesen, so war ich nur weg.


8. Frittiertes Eis

Ja, ihr habt richtig gelesen. Frittiertes Eis. Sowas bekommt man nur bei einem Street Food Festival und es war der perfekte krönende Abschluss für diese Fressorgie.
Das Konzept ist leicht erklärt: Man hat eingefrorene fertig portionierte Eiskugeln, in dem Fall Vanilleeis. Die werden in einen Teig getunkt, den es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Färbungen gibt. Und das wird dann einfach frittiert. So wird der Teig erstmal fest und ja, das Eis innen schmilzt. Allerdings nur ein wenig. Das hat den Effekt, das man es eigentlich ziemlich frisch aus der Fritteuse bedenkenlos essen kann, weil das Eis den Teig von innen stark genug abkühlt. Was über bleibt ist eine immer noch recht beachtliche Eiskugel und angenehm frischer Teig.


Frittiertes Eis

Friettiertes Eis


Frittiertes Eis

Friettiertes EisFriettiertes Eis



Das war's jetzt aber. Und ob ihr es glaubt, oder nicht, ich bin nicht geplatzt. Klar, ich war voll, aber nicht so voll, dass mir schlecht war. Das hatte ich hauptsächlich der Tatsache zu verdanken, dass ich vieles einfach nur bei wem gekostet habe und den Rest auch nicht ganz alleine gegessen habe. 
Ich kann es wirklich nur empfehlen und freu mich schon, wenn das European Street Food Festival von 29.04-01.05. in Tulln halt macht. Ich werde sicher wieder dabei sein. Vielleicht treffe ich ja wen von euch?


Regenbogenkuchen selber machen - ein Erfahrungsbericht


Ich backe wirklich gerne, aber an einen Regenbogenkuchen hätte ich mich von selber wahrscheinlich nicht gewagt. Tja, aber für so etwas habe ich eine Schwester. Meine Nichte wird süße 18 und ich darf backen. 

Der Auftrag: "Ein Regenbogenkuchen. Also mit den einzelnen farbigen Schichten. Schön bunt. Aber außen ganz weiß! Aber schmecken soll er bitte auch, ja?! Alle, die so einen Kuchen einmal probiert haben, haben gemeint, dass er zwar toll aussah, aber nicht gut schmeckte. Das kannst du eh, oder? Super, danke! Und bring bitte auch die Kerzen mit!"

So, da stand ich nun. Ein übersteigertes Selbstbewusstsein, was meine Backkünste betrifft, hat mich diesen Auftrag annehmen lassen, aber ich war bereit alles für die Familie zu geben.
Schritt 1 war für mich ganz klar Pinterest. Da gibt es viele tolle Fotos, aber nicht ganz so viele verständliche Rezepte. Außerdem fange ich eh mehr mit bewegten Bildern an, also führte mich Schritt 2 meiner Recherche auf YouTube. Die Videos von CupcakeJemma kenne ich schon länger und ich war hocherfreut, dass sie eines davon der Herstellung des berühmten Rainbow Cakes gewidmet hat. Das Video dauert keine 17 Minuten. Naja, dann kann das ja so schwer nicht sein! Ha! FALSCH! Aus 17 Minuten können nämlich ganz schnell 17 Stunden werden! Aber die Liste der Zutaten war übersichtlich und in weiser Voraussicht startete ich zwei Wochen vor der Geburtstagsfeier einen Probedurchgang. 

Dieses Probebacken beinhaltete einen Merkur-Einkauf von fast einem Kilo Butter, noch mehr Zucker und ein bisschen Mehl, außerdem einen erfolglosen Besuch beim Konditor meines Vertrauens, der mir kein Farbpulver bescherte, das Ausborgen einer Springform von meiner Oma und einer weiteren Springform meiner lieben Nachbarin, die mir auch noch ihr Backofengitter überlassen musste, da ich die Formen sonst nicht in den Ofen gebracht hätte. 
Es hat dann einen ganzen Tag (unterbrochen von einem Kinobesuch - Deadpool. Es war eben Valentinstag...) gedauert, aber um 23:30 konnte ich dann endlich das fertige Kunstwerk präsentieren. Naja, eigentlich konnte ich es nur mir selbst präsentieren, weil alle anderen vernünftigerweise geschlafen haben.



Das Probebacken hat auf jeden Fall einiges gebracht. Zum Beispiel wusste ich jetzt, dass ich zu den knapp über 16 Minuten vom Video nicht nur die Backzeit dazuzählen muss, sondern es wirklich den ganzen Tag dauert so einen Regenbogenkuchen zu backen. Außerdem konnte man sehen, dass die Lebensmittelfarbe zwar gut war, ich aber mehr davon verwenden musst. Und zu guter Letzt: zwei Backformen reichen nicht. Und Teig und Buttercreme muss ich auch mehr machen.

Ich war dann ein paar Tage lang verzweifelt auf der Suche nach Einweg-Backformen, die mir die ganze Sache enorm erleichtert hätten, konnte aber einfach keine finden. 
Als der große Tag dann da war, also der Tag der Party, aber vor allem der Tag des Regenbogenkuchens, hat mir meine Oma in weiser Voraussicht gleich drei Backformen gegeben. Und oh Mann, das war wirklich eine Riesenhilfe!

Im Video werden für den Teig unter anderem 9 Eier verwendet. Ich habe im Endeffekt 11 Stück verwendet, also alle anderen Zutaten durch 9 und dann mal 11 gerechnet. So kam ich auf fast ein ganzes Kilogramm Zucker, Butter und Mehl.






Die Springformen hatten einen Durchmesser von 26cm. So wurde der Kuchen nicht nur hoch, sondern insgesamt richtig schön groß.

Zum Färben habe ich Lebensmittelfarbe in Pulverform verwendet. Im Video benutzt sie Paste, aber die bekommt man hier kaum und beim Müller gab es ein perfektes Set mit genau den Farben, die ich gebraucht habe. Beim Probebacken habe ich ca. ein halbes Sackerl von dem Pulver verwendet, für den richtigen Kuchen dann habe ich ein ganzes und den Rest vom Probebacken benutzt, also ca. 1,5 Packerl. 



Die Teigmengen waren dann leider ein bisschen viel für meine normale Haushaltsküchenmaschine, weshalb ich das Mehl etwas beschwerlich per Hand einrühren musste. Es war deshalb etwas beschwerlich, weil die Schüssel fast überging.




Mit drei Springformen geht das Ganze auf jeden Fall ein ganzes Stück schneller und besser. Ich habe den Boden der Formen mit rund ausgeschnittenem Backpapier belegt und mir so das Abwaschen zwischen den Backgängen erspart, aber lasst mich euch eines sagen: Ihr werdet wahrscheinlich nie so viel Geschirr abwaschen, wie wenn ihr einen Regenbogenkuchen backt! Vor allem das gleiche Ding immer wieder, weil ihr es ständig braucht, sich die Farben aber nicht vermischen dürfen!

Für die Buttercreme habe ich mir professionelle Hilfe von Dr.Oetker geholt und drei Packungen "Torten Creme klassischer Art" nach Anleitung zubereitet. Mit der originalen Buttercreme aus dem Rezept hat der Kuchen extrem süß und buttrig geschmeckt. Mit der Mischung war das viel besser! So hat es mehr nach einer Art Vanillepudding-Creme geschmeckt und alle waren begeistert, vor allem die Kinder. 
Beim Anrühren war die Creme irgendwie komisch weich und auch recht gelb und klumpig, aber ich habe dann einfach Maisstärke hinzugefügt und die Küchenmaschine volles Rohr aufgedreht und dann hat es gepasst.



Leider habe ich kein Foto von dem angeschnittenem Endprodukt, aber es hat wirklich toll ausgesehen und geschmeckt! 
Auftrag ausgeführt!

Meine Schwester war dann noch so lieb, extra vor allen zu sagen, dass ich die Torte gebacken habe und ich habe reichlich Applaus geerntet, worüber ich mich dann doch sehr gefreut habe!

Vielleicht konnte ich dem, oder seien wir ein bisschen realistischer, der einen oder anderen von euch weiterhelfen. Es ist wirklich möglich so einen Regenbogenkuchen, der gut schmeckt, selbst herzustellen. Man braucht nur sehr viel Zeit und ein halbes Dorf, das einen mit Backutensilien versorgt!